Frisbee - Spiel oder Sport?
Die meisten kennen die häufig bunten Wurfscheiben noch aus ihrer Jugend. Wer hat nicht als Kind mit den flachen, in der Regel aus Plastik gefertigten Flugscheiben gespielt? Sich die Frisbee gegenseitig zugeworfen, versucht sie zu fangen und so zu werfen, dass der andere sie nicht bekommt?Und doch birgt das Spielzeug so viele andere Möglichkeiten. 1980 hat der deutsche Choreograph, Regisseur und Pädagoge Rainer Pawelke die Frisbeescheibe im Zuge eines pädagogischen Sporttheaterprojektes vorgestellt und sechs Jahre später wurden in einem Forschungsprojekt unter Pawelkes Leitung diverse Spiele und Sportarten wie Frisbee-Baseball entwickelt. Auch in den USA wurden einige mittlerweile weltweit bekannte Sportarten mit Frisbees erfunden, wie beispielsweise „Ultimate“ und „Disc Golf“. Doch auch „Guts“, „Discathon“ und „Freestyle Frísbee“ sind vom Welt-Frisbeesport-Verband nunmehr als Sportarten anerkannt. Der Schwede Christian Sandstrom hält mit einer stolzen Weite von 250m den Rekord im Frisbeeweitwurf.
Wer hat´s erfunden?
Die Amerikaner. Die Spielzeugindustrie? Oder doch eher ein Sportverband? Weder noch; eigentlich war es eine Bäckerei; genauer die „Frisbie Pie Company“ aus Connecticut. Auf runden Kuchenblechen, Pie-Tins genannt, wurden dort Kuchen und Torten verkauft. In den 1940er Jahren fingen nun Kinder an, sich diese flachen Bleche zuzuwerfen, wobei der Spaß seine Grenzen hatte, denn sie flogen nicht wirklich gut und weit.Doch ein ehemaliger Verkäufer aus der Bäckerei, Walter Frederic Morrison, begann durch Probieren die Flugeigenschaften der Bleche zu verbessern und nach einigen Jahren kam schließlich die erste Frisbee aus Plastik heraus. 1957 begann das Unternehmen Wham-O die industrielle Herstellung der so genannten „Pluto-Platte“, welche bereits einige Merkmale aufwies, die wir auch noch heute an den Wurfscheiben finden. 2 Jahre später hörte der Inhaber des Unternehmens völlig unabhängig von der Bäckerei den Ausdruck „Frisbie“ bzw. „Frisbee“, fand ihn ansprechend und ließ sich den Namen für seine Scheiben patentieren.
Frisbees soweit das Auge reicht
Die aerodynamische Wurfscheibe erlebt in diesen Jahren auch als Freizeitspiel eine Renaissance und immer mehr Anbieter für Werbeartikel haben den Markt entdeckt. So werden neben den bekannten Plastikscheiben auch faltbare Frisbeescheiben aus Nylon mit Werbung bedruckt vermehrt in Umlauf gebracht. Am Strand waren frisbeespielende Kinder aber auch Erwachsene noch nie wegzudenken, doch auch in deutschen Parks tummeln sich bei schönem Wetter immer mehr Menschen, die ihre Picknickköstlichkeiten durch das fröhliche hin und her werfen einer Frisbee abtrainieren wollen.Und wer seine individuelle Wurfscheibe haben möchte, lässt sie sich einfach von einer der vielen dies anbietenden Firmen nach eigenen Vorgaben bedrucken.
